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Zeugung ArtikelDieser Beitrag beschäftigt sich mit der Zeugung beim Menschen. Zu den Vorgängen bei Tieren und Pflanzen - siehe Befruchtung.
Ein Spermium beim Versuch der Befruchtung einer Eizelle.
Unter Zeugung - von althochdt.: giziogon beschaffen, fertigen - oder Fertilisation werden die Vorgänge verstanden, die zur Bildung einer Zygote aus einer Eizelle führen.
Entstehen die Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen, wird von einer Jungfernzeugung oder Parthenogenese gesprochen - ein Ablauf der inzwischen auch beim Menschen möglich scheint, wie eine japanische Forschergruppe in dem April 2004 in der Zeitschrift Nature (Tomohiro Kono, et al. Nature, 428, 860 - 864) berichtete. Als natürlicher Ablauf handelt es sich allerdings noch um die Verschmelzung zweier Keimzellen, dem männlichen Spermium und eben der weiblichen Eizelle, der Oozyte.== Ablauf der natürlichen Befruchtung beim Menschen ==
Bei einer Ejakulation gelangen ungefähr 3-5 ml Sperma in die Vagina. Ein Großteil der Spermien geht bereits in dem sauren Milieu der Vagina zu Grunde. Die verbleibenden 300 bis 500 Millionen Spermien wandern nun, von ihrer Geißel angetrieben, innerhalb von etwa 1-3 Stunden über den Uterus in den Eileiter. Hier kommen ca. noch die wenigsten an: Etwa eines von einer Million. Am Beginn des Eileiters setzen sie sich zunächst in der Eileiterwand fest und reifen, ein Vorgang, der als Kapazitation genannt wird und beim Menschen an die 7 Stunden benötigt. Ist die Reifung abgeschlossen, lösen sie sich wieder von der Wand.
Wie es weitergeht, hängt nun davon ab, ob bei der Frau innerhalb der letzten 24 Stunden eine Ovulation stattgefunden hat, oder (da die Spermien etwa vier Tage, teilweise aber auch wesentlich länger, in dem Körper der Frau lebensfähig sind), innerhalb der nächsten Tage stattfindet. Ist dies nicht der Fall, stirbt die Eizelle (Oozyte) ab. Andernfalls befindet sich in dem Eileiter - in aller Regel in der Ampulle des Eileiters, einer Erweiterung desselben an seinem abdominellen Ende - meist eine befruchtungsfähige Eizelle, auf die die verbleibenden Samenzellen nun zusteuern. Wie exakt sie die Eizelle finden, ist noch nicht bekannt. Einerseits werden hormongesteuerte Prinzipien vermutet, neueste Forschungen am Weizmann Institut in Israel könnten aber auch auf eine temperaturgesteuerte "Zielführung" hinweisen.
Haben die verbleibenden Samenzellen die Eizelle erreicht, dringen sie durch die Corona radiata und schließlich mit Hilfe der in dem Akrosom gelagerten hydrolisierende Enzyme durch die Zona pellucida. Die dabei stattfindenden Prozesse werden als sog. Akrosomreaktion zusammengefasst. Berührt das erste Spermium die Eizelle, kommt es zu Reaktionen der Oozyte, die das Eindringen eines weiteren Spermiums nicht mehr erlauben. In den sehr seltenen Fällen, in denen dennoch ein zweites Spermium eindringt, entsteht eine sog. fehlgebildete Zygote mit einem triploiden (3fachen) Chromosomensatz, was bald zu einem Frühabort führt.
Verkürzt gesagt löst sich das Kopfteil der Samenzelle nun in der Eizelle auf, und setzt den enthaltenen haploiden (1fachen) Chromosomensatz frei. Dieser vereinigt sich mit dem ebenfalls haploiden Chromosomensatz der Eizelle zu einem diploiden (2fachen) Satz. Damit ist der Ablauf der eigentlichen Zeugung abgeschlossen.
Die befruchtete Eizelle, die jetzt als Zygote genannt wird, beginnt einen Tag nach der Zeugung mit der Zellteilung, und erreicht schließlich in dem 12- bis 16-Zellen-Stadium, somit nach etwa 3 Tagen, die Gebärmutter, wo sie sich etwa 5-6 Tage nach der Ovulation in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Wird die Passage durch den Eileiter behindert, kann es zu einer gefährlichen Eileiterschwangerschaft kommen.)
Seit einigen Jahrzehnten besteht für unfruchtbare Paare die Möglichkeit, durch künstliche Befruchtung Kinder zu bekommen.
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